Zu „Down Where the Trees Grow Together“

Foto: © Körber-Stiftung / Krafft Angerer


Gudrun B.
Alter: 82 Jahre
bereits Rentnerin
Zuschauertribüne, hinteres Drittel
In den Stunden vor dem Stück bin ich mit dem Zug gefahren und habe einen Enkel besucht. Stimmung gut und ausgeglichen in Erwartung der Dinge, die da im Theater kommen werden. Über Stück und Akteure ist mir nichts bekannt, nur die Warnung vor Lichteffekten – nur die ausgegebenen Ohrstöpsel ließen einiges erahnen.
Die Ahnungen wurden nicht enttäuscht, die Ohrstöpsel auch benutzt – allerdings weniger notwendig als befürchtet.
Die Bühne, überwiegend im Halbdunkel. Die Vorderseite bestückt mit einer Baumplastik, die wohl etwas mit dem Titel des Stücks zusammenhängt. Der Hintergrund weniger gut zu sehen, aber es blinken diverse elektrische Lämpchen, die etwas Licht geben.
Weitere Bühnenausstattung: Links ein Mischpult, eine Schlagzeugausrüstung, davor ein plüschiger Teppich. Hinter der Baumskulptur Säulen aus Kunststoff, Schaumstoffklötze, ein Mikrowellenherd, auf der rechten Seite ein defekter Kühlschrank, aus dessen Innerem ein Stapel Holzbretter ragt. Weite hinten ein kleiner Berg Stoff (Bettlaken, Tücher?), dessen Funktion nicht zu erkennen ist, außer als Ruhepol für die Sängerin, wie sich später herausstellen wird. Ganz auf der rechten Seite eine Bar-Theke, die aber immer im Halbdunkel bleibt.
Das Stück beginnt mit dem Lied oder Song einer Frau mit einer warmen, dunklen Stimme. Eine Akteurin ist noch nicht zu sehen, aber der Song weckt Erwartungen. Alles ist in englischer Sprache, meine Sprachkenntnisse hingegen sind eher miserabel.
Nach dem Lied wird die Bühne erleuchtet. Die Star-Sängerin tritt auf mit einer grünen Gitarre und passenden grünen Schuhen. Sogleich wird es heller und lebendiger, auch lauter. Die Sängerin ist der Star des Stücks, wenn die Handlung auch für mich nicht so ganz verständlich wird, verstehe ich doch, dass sie von Liebe und Küssen singt. Sie sitzt dabei manchmal auf dem Holzstapel vor dem Kühlschrank (kein sehr bequemer Ort um zu träumen). Es wird mitunter richtig laut. Aus zwei Quellen an der Seite blinkert grelles Licht. Aus den Kulissen huscht dazu eine Doppelgängerin der Sängerin und schmeißt sich auf den Stoffhaufen, wohl um sich auszuruhen – hätte ich der Sängerin auch gegönnt, die ihr bestes gibt mit ihrer schönen, klaren, jugendlichen Stimme. Mittlerweile ist auch eine zweite (oder dritte) Akteurin aufgetreten, die Schlagzeugerin. Sie begleitet den Gesang – die Musik – auf dem Schlagzeug, Gott sei Dank ohne auf die große Trommel zu schlagen. In den Pausen ruhen sich Schlagzeugerin und Sängerin auch mal kurz auf dem Teppich davor aus. Alle schleichen sich nach ihrem Debüt durch den dunklen Hintergrund zur Bar – ob sie dort gestärkt werden, bleibt im Zwielicht, überhaupt hätte der Titel „Zwielicht“ auch gepasst. Der Kontrast zu allem ist der Mann am Mischpult. Aufrecht wie ein Zinnsoldat steht er da, ohne sich groß zu rühren – bis auch er an die Bar darf.
Alles in Allem war es eine gelungene Vorführung, trotz meiner sprachlichen Schwierigkeiten. Die Inszenierung erzeugte eine dauernde aufmerksame Erwartung, unterbrochen von Licht und erheblichen Lautstärken. Bravo !

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